Verkauf von 19 Hektar Wald vorerst verhindert
In der Gemeinderatssitzung am 29. März hatte der Tagesordnungspunkt 34
einen brisanten Inhalt. Es wurde folgender Antrag eingebracht: Der
Gemeinderat der Stadtgemeinde Fürstenfeld wolle beschließen, dem
Abschluss des Dienstbarkeitsvertrages zwischen der Stadtgemeinde
Fürstenfeld und der KIA-AQUAFARM LIMITED, Dublin, Irland über den
Verkauf einer Teilfläche des Grundstückes …, KG Dietersdorf … die
Zustimmung zu erteilen.
Die Teilfläche, die verkauft werden sollte, umfasst 19 Hektar Wald (= 190.000m2) des „Stadtwaldes“, der gesamte Waldbesitz Fürstenfelds auf dem Gemeindegebiet von Bad Loipersdorf umfasst hat 31 Hektar. Dem Stil des Bürgermeisters Jost entsprechend gab es vor der Gemeinderatsitzung kaum Informationen über das Projekt, über den Betreiber bzw. über Investoren. So waren die Grünen Fürstenfeld gefordert, sich in den letzten Tagen vor der Gemeinderatssitzung über Internet, Medien und bei Umweltschutzorganisationen zu informieren.
Für die Grünen hatte die Erhaltung des Waldes unbedingte Priorität, die Art der industriellen Indoor-Fischzucht finden sie ebenfalls problematisch. Am Vormittag vor der abendlichen Gemeinderatssitzung gab es endlich Informationen für die Gemeinderäte. Dabei wurden ihre Bedenken verstärkt. In der Gemeinderatssitzung schließlich brachten die Grünen massive ökologische Bedenken gegen das Projekt vor. Die SPÖ bestätigte unsere Bedenken, in dem sie nach ausführlichen Recherchen die ökonomischen Hintergründe der KIA-AQUAFARM präsentierte. Das führte schlussendlich dazu, dass sich Bürgermeister Jost den sachlichen Argumenten, die massiv gegen das Projekt sprechen, nachgeben musste. Er stellte den Antrag, die Abstimmung zu vertagen. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.
Es drängt sich die Frage auf: Warum waren ÖVP und FPÖ für dieses fragwürdige Projekt, ohne die ökologischen und ökonomischen Hintergründe umfassend zu prüfen?