Standortfragen in St. Radegund
Herzlichen Dank allen, die schon zu Beginn des „Superwahljahres“ trotz taktisch und medial gut vorbereiteter Diffamierungskampagnen ihre Stimme der sachlichen Bewältigung ökologischer, ökonomischer oder sozialer Herausforderungen geliehen haben. Es ist unverständlich, dass man trotz der auch bei uns unmittelbar spürbaren Auswirkungen glauben kann, dass man mit dem massiven Ausbau der Straßen, ungezügelten Versiegeln, und der Missachtung der Natur zugunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Erfolge weiter machen kann wie bisher.
Abriss-Schule © Günter Lesny
Darum bin ich richtig froh, dass Leonore Gewessler als Umweltministerin im Europäischen Parlament dem für zukünftige Generationen so wichtigen Renaturierungsgesetz trotz aller kindischen Anfeindungen zur Zustimmung verholfen hat! Die letzten Wochen zeigen uns, dass der Natur faules Taktieren egal ist, sie „renaturiert“ sich selbst, aber eben massiv auf unsere Kosten. Den Preis zahlen auch die Gemeinden, die sich die Behebung der Schäden nicht mehr leisten können – siehe gerade auch St. Radegund:
Niemand konnte wissen, dass wir plötzlich einen neuen Standort für unsere Schule brauchen würden und die Suche danach sowie die formalrechtliche Abwicklung wird ihre Zeit brauchen. Trotz medialer Vorgriffe unseres Bürgermeisters lassen wir uns aber das Recht nicht nehmen, hier in eine transparente Diskussion im Gemeinderat inklusive Anhörung betroffener Personen und Expert:innen zu treten. Keine Angst: Einbindung heißt nicht Verschleppen und vorgebrachte Ideen haben keinen Anspruch auf Umsetzung, aber eben auf Anhörung.
Wenn unser Bürger:innenbeteiligungsprozess seitens der Gemeindeverantwortlichen je ernst gemeint war: jetzt gibt es die Chance, den Radegunder:innen zu zeigen, dass wir ihr Engagement für die Entwicklung der Gemeinde zu schätzen wissen. Nicht nur bei kleinen „Wohlfühlthemen“, nein auch, wenn es um wichtige Entscheidungen für die Gemeinde geht. Aber auch das ist eine Standortfrage, hier eben eine des politischen Standortes.
Redaktion: Günter Lesny