Grüne setzten sich für Community Nursing ein

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Die Bevölkerung in Murau hätte von diesem Angebot profitiert. Leider wurde der Antrag von ÖVP und SPÖ abgelehnt.

- Gemeinderat Alfons Senger


„Menschen sollten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen können – und das an dem Ort, an dem sie zuhause sind. Neben betreutem Wohnen und mobilen Pflegekräften ist Community Nursing hierbei ein wichtiger Ansatz, der in den vergangenen Jahren viel Gutes gewirkt hat. Ich freue mich, dass die Grünen die Verankerung dieser spezialisierten Pflegekräfte während ihrer Regierungszeit durchsetzen konnten. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass auch die Bevölkerung in Murau von diesem Angebot profitieren würde“, erklärt der Grüne Gemeinderat Alfons Senger. Die Grünen Murau haben daher in der Gemeinderatssitzung vom 13.11. einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, um sich um eine Landesförderung zur Etablierung von Community Nursing in Murau zu bewerben. Leider wurde der Antrag von ÖVP und SPÖ abgelehnt.

„Hier wurde eine große Chance verpasst. Abgesehen von der gesteigerten Lebensqualität für unsere Mitbürger:innen ist jeder Euro, der in Prävention investiert wird, eine sinnvolle Ersparnis für die Zukunft“, äußert sich Senger enttäuscht. „Unser Bürgermeister verschenkt eine Million Euro an die Betreiberfirma eines Tiefgaragenprojekts, ist aber nicht bereit, 40.000 Euro im Jahr zur Verfügung zu stellen, mit denen eine Community-Nursing-Vollzeitstelle finanziert werden könnte.“

Eine Vollzeitstelle im Bereich Community Nursing kostet insgesamt 100.000 Euro, davon entfallen 20 % auf Sachleistungen. Da das Land 60 % der Kosten übernimmt, beläuft sich der Eigenanteil für die Gemeinde auf 40.000 Euro pro Jahr.

Rechenbeispiel: Wenn sich zwei oder drei Gemeinden mit insgesamt 8.000 Einwohner:innen für die Einrichtung einer Community-Nursing-Stelle zusammenschließen, betragen die Kosten pro Einwohner:in nur 5 Euro – für ein wohnortnahes, hochwertiges Gesundheitsangebot.

Community Nursing

Community Nurses sind spezialisierte Pflegekräfte, die seit der Pflegereform 2021 in insgesamt 116 Pilotprojekten in Gemeinden eingesetzt werden. Sie bieten Pflege- und Betreuungsdienstleitungen für ältere Menschen direkt vor Ort durch Hausbesuche an, sodass diese in ihrer gewohnten Umgebung möglichst lange selbstständig bleiben können. Für die Betroffenen ist das Angebot kostenlos. Es zielt darauf ab,

  • die Lebensqualität von älteren Menschen zu verbessern,
  • pflegende Angehörige zu entlasten
  • und die Pflege- und Betreuungsangebote in den Gemeinden zu verbessern.

Prävention und Gesundheitsförderung

Community Nurses sollen präventive Maßnahmen fördern, um gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Dazu gehören zum Beispiel Beratung zu gesunder Lebensführung, Sturzprävention oder Unterstützung bei chronischen Erkrankungen.

Pflege und Betreuung zu Hause

Sie unterstützen ältere Menschen und ihre Angehörigen direkt vor Ort, indem sie Hausbesuche machen, pflegerische und soziale Betreuung anbieten und bei Bedarf an weiterführende Dienste vermitteln.

Vernetzung und Koordination

Community Nurses arbeiten eng mit anderen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen zusammen, um eine nahtlose Versorgung sicherzustellen. Sie koordinieren die verschiedenen Angebote und helfen den Betroffenen, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden.

Unterstützung von Angehörigen

Sie bieten Beratung und Schulungen für pflegende Angehörige an, um diese in ihrer Rolle zu stärken und zu entlasten.

Gemeinwesenorientierung

Durch ihre Präsenz in den Gemeinden sind Community Nurses gut mit den lokalen Strukturen und Bedürfnissen vertraut. Sie tragen dazu bei, die Pflege und Betreuung auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Gemeinde abzustimmen.