Ein Gemeinschaftsgarten für ein lebendiges Graz

Der Grazer Volksgarten hat viele Gesichter. Zum einen ist er als größter Park am rechten Murufer ein beliebtes Freizeitziel für Jugendliche, Sportler:innen und Familien. Zum anderen weckt er Sorgen und Ängste der Anwohner:innen, denn es gibt auch Kriminalität, Lärm und Müll. Die Einführung einer temporären Sicherheitszone...

blickinsgruene.at - lend - gemeinschaftsgarten

...im Jahr 2019 führte zwar zu einer Abnahme einschlägiger Delikte, beanspruchte aber gleichzeitig große Ressourcen der Polizei. Das beeinträchtige andere Ermittlungsarbeiten und konnte das Problem nur verlagern, aber nicht lösen. Aus diesem Grund sprach sich der Chefinspektor des Bezirks Lend, Andreas Weiland, im Rahmen einer Bezirksversammlung gegen die neuerliche Einführung einer solchen Sicherheitszone aus und schlug stattdessen eine Belebung des Parks als sinnvolle Maßnahme gegen die Drogenkriminalität vor. Ein Zugang, den auch die Grünen teilen.

Sie brachten im Bezirksrat einen Antrag zur gemeinschaftlichen Belebung des Volksgartens ein, der einstimmig beschlossen wurde. Daraus entstand im Anschluss ein Projekt des Vereins Stadtteilprojekt Annenviertel: ein Gemeinschaftsgarten im Volksgarten. „Uns ist es ein Anliegen, urbane Gemeinschaft in Vielfalt und guter Nachbarschaft zu leben“, sagt Maria Reiner, Geschäftsfrau des Vereins. „Der Gemeinschaftsgarten ist ein Paradebeispiel für die positive Teilhabe von Menschen aus verschiedenen Kulturen und sozialen Schichten. Hier steht das Gemeinsame im Vordergrund.”

Verschiedene Personen kümmern sich laufend um die gemeinschaftlich genutzten Hochbeete und Pflanzen. So gibt es beispielsweise ein paar Männer, die zwar schon vor der Einrichtung des Gartens ihre Nachmittage auf einer Bank im Park verbrachten, sich seitdem aber auch zu engagierten Blattlausjägern entwickelt haben. Andere nutzen den Gemeinschaftsgarten als Ruheoase, wieder andere pflanzen an oder ernten. Alle Nutzer:innen lieben jedenfalls den neuen Gemeinschaftsgarten, der auch abseits vom offenen Garteln (immer dienstags um 18 Uhr) erweitert, bestaunt, bepflanzt und beschützt wird.