Verbauung und Hochwasser

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Mit der Klimaerwärmung einhergehend werden Extremwetter- und Starkregenereignisse immer häufiger. Dramatisch vor Augen geführt wurde uns das etwa durch das Hochwasserereignis in Übelbach und Deutschfeistritz im letzten Sommer. In den vergangenen Jahrzehnten wurden in der Raumplanung Fehler begangen, neues Bauland viel zu leichtfertig ausgewiesen. Zusätzlich wurden häufig Gewässer begradigt, ihnen der Platz und die natürlichen Überschwemmungsflächen genommen. Wie kompliziert und langwierig die Planung und Errichtung von Hochwasserschutzmaßnahmen ist, zeigt der Jahrzehnte lange unwürdige Eiertanz um das Rückhaltebecken für den Dultbach. Bürgermeister Michael Feldgrill hat zwar eine im Vergleich zu seinen Vorgängern ambitionierte Herangehensweise, dennoch sind zu unserem Erstaunen im mittelfristigen Finanzplan der Gemeinde Gratkorn bis 2030 keinerlei finanzielle Mittel für das Rückhaltebecken vorgesehen. Das muss sich ändern!

In Zukunft muss stärkeres Augenmerk darauf gelegt werden, derartige Probleme durch vorausschauende Planung gar nicht erst entstehen zu lassen. Sprich: Keine weitere Bautätigkeit in sensiblen Bereichen! Bestes Beispiel ist die Wiese hinter der Gratkorner Billa Filiale. Diese wird vom Picklbach regelmäßig überschwemmt. Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) hat unmissverständlich festgehalten, dass dieses Grundstück „nicht die Voraussetzungen für eine Baulandwidmung erfüllt“. Lässt die Gemeinde Gratkorn hier tatsächlich eine Bebauung zu, sind neue Probleme vorprogrammiert! Der Fokus muss in Richtung einer konsequenten Erfassung von Leerstand gehen. Nicht genutzte Flächen sind gegebenenfalls zu revitalisieren und einer neuen Nutzung zuzuführen!